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Bundesländer nutzen Luca-App für Kontaktverfolgung


Zur Nachverfolgung von Corona-Infektionsketten hat das Land Niedersachsen einen einjährigen Vertrag zur Nutzung der Luca-App abgeschlossen. Die Kosten beliefen sich auf drei Millionen Euro, teilte das Innenministerium in Hannover am Freitag mit. Die App solle bei den Modellversuchen einzelner Kommunen helfen, die nach Ostern Öffnungen in Handel, Gastronomie oder Kultur erproben wollen. Bis in einem Monat sollten alle 43 niedersächsischen Gesundheitsämter an das System der Luca-App angeschlossen werden.

Mecklenburg-Vorpommern, Baden-Württemberg und Thüringen nutzen die Luca-App bereits. Zur Corona-Kontaktverfolgung bei Besuchern der Bundesgartenschau in Erfurt soll nach Angaben von Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) neben der Corona-Warn-App auch die Luca-App zum Einsatz kommen. Dies sei Teil eines umfangreichen Schutzkonzepts für die Großveranstaltung, sagte Ramelow am Samstag in Erfurt. Die elektronische Kontaktverfolgung mit der Luca-App werde bereits bei einem an diesem Montag in Weimar beginnenden Modellprojekt zur Öffnung von Geschäften und Museen unter Pandemiebedingungen geprobt. Dies sei auch ein Test für die Bundesgartenschau, die am 23. April in Erfurt eröffnet werden soll.

Auch Hessen will künftig flächendeckend die Luca-App zur digitalen Kontaktnachverfolgung nutzen. Mit der Einführung der App solle die Impf- und Teststrategie bei der Bekämpfung der Pandemie sinnvoll ergänzt werden, teilte das Digitalministerium am Freitag in Wiesbaden mit. Ziel der App sei es, Papierlisten größtenteils zu ersetzen und Kontakte zu dokumentieren. Sie könnten im Fall einer nachgewiesenen Corona-Infektion dem zuständigen Gesundheitsamt verschlüsselt übermittelt und direkt ausgelesen werden.

Im Rahmen eines vom IT-Dienstleister „Dataport“ durchgeführten Vergabeverfahrens habe Hessen am Freitag seinen Beitritt in den Vertrag mit dem Anbieter „culture4life“ erklärt, hieß es in der Mitteilung. Die entsprechenden Verträge sollen bis Ende März abgeschlossen sein, so dass die App in den nächsten Wochen allen Gesundheitsämtern sowie dem Landesprüfungs- und Untersuchungsamt im Gesundheitswesen (HLPUG) zur Verfügung gestellt werden könne, erklärte das Ministerium.

„Die Luca-App unterstützt unsere Bemühungen um künftige Öffnungsschritte, beispielsweise im Handel sowie im gastronomischen und kulturellen Bereich und vereinfacht die Kommunikation zwischen Gesundheitsämtern und den Betreibern sowie Veranstaltern“, erklärte Digitalstaatssekretär Patrick Burghardt. Bereits ab kommender Woche solle die Software bei den ersten sechs Gesundheitsämtern installiert werden. Für die Nutzung der App durch die Gesundheitsämter habe die Landesregierung mehr als zwei Millionen Euro bereitgestellt.

Bei der Luca-App registrieren sich die Nutzer beispielsweise bei einem Restaurantbesuch oder bei Veranstaltungen, indem sie einen QR-Code mit dem Smartphone einscannen. Beim Verlassen checken die Personen wieder aus. Sollte zur gleichen Zeit eine corona-infizierte Person in der Nähe gewesen sein, würden diese Informationen nach entsprechender Freigabe datenschutzkonform an das zuständige Gesundheitsamt verschlüsselt übermittelt, hieß es.

Die Software läuft den Angaben nach auf allen gängigen Smartphones. Dem Handel, der Gastronomie und dem kulturellen Bereich stehe die Nutzung aktuell kostenlos zur Verfügung. Anders als die Corona-Warn-App des Bundes erfasst die Luca-App nicht nur, ob jemand Kontakt zu einer positiv auf Corona getesteten Personen hatte, sondern auch wo der Kontakt stattgefunden hat. Unter Einbindung der Gesundheitsämter könnten Infektionsketten datenschutzkonform zurückverfolgt werden. Andere Länder verhandeln über die Nutzung. Die Corona-Warn-App bekommt nach Ostern eine Check-In-Funktion zur Clustererkennung, damit sollen Gruppen anonym gewarnt werden, die an einem Event teilgenommen haben.


(bme)

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