Start day-news Bartels-Tor reicht Kiel: Hannover 96 verliert trotz klarer Leistungssteigerung

Bartels-Tor reicht Kiel: Hannover 96 verliert trotz klarer Leistungssteigerung


Mal wieder schön, ein Fußballspiel mit Trommeln und Sprechchören. Vor dem Stadion hatte sich eine Fan-Gruppe platziert, ihre Gesänge drangen zwischen zwei Tribünen gut hörbar ins Innere vor. Sie mussten bis zum Ende der siebenminütigen Nachspielzeit, bis der 1:0 (1:0)-Sieg gegen 96 feststand und damit der Sprung auf den direkten Aufstiegsplatz zwei der Tabelle betrommelt werden konnte. Die Kieler Spieler gingen danach zum Stadionzaun, feierten gemeinsam mit den Fans.

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96 hat naturgemäß keine Anhänger am Start, aber jetzt zwei Trainer. Kenan Kocak versucht die Saison abzuwickeln. Jan Zimmermann konnte vor dem heimischen TV seine neue Mannschaft begutachten. Den Spielern muss deshalb klar sein – die letzten Partien sind Bewerbungsspiele, in denen sie sich dem neuen Trainer empfehlen können.

Bilder zum Spiel der 2. Bundesliga zwischen Holstein Kiel und Hannover 96

Volles Risiko: Marvin Ducksch springt mit beiden Beinen in den Schussversuch von Jonas Meffert.

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96 kann stotternden Störche-Motor nicht nutzen

Gegen wen könnte dieser Test wertvoller sein als gegen eine anerkannte Spitzenriege der 2. Liga. Bestens eingestellt von Ole Werner, mit dem Zimmermann 2020 seinen Fußballlehrer bestanden hat.

Die Kieler mussten als einziges Team zweimal in Corona-Quarantäne, punkteten danach gewaltig – aber gestern war ihnen die Müdigkeit anzumerken. Am Freitag hatten sie St. Pauli noch mit 4:0 abgefertigt. Ihr ansonsten wie geölt laufender Motor stotterte gestern, was 96 aber nicht nutzen konnte. Kocak Team steckt ja schon seit seit drei Monaten in einer Fußballseuchen-Quarantäne. Zuschauen waren meist eine Qual. Zudem tauschte Kocak die halbe Mannschaft nach dem 1:2 am Freitag gegen Darmstadt aus. Martin Hansen bekam den Vorzug im Tor vor Michael Esser, der eigentlichen Nummer eins. Außerdem begannen Simon Falette, Linton Maina, Mike Frantz und Philipp Ochs für Sei Muroya, Baris Basdas, Niklas Hult und Dominik Kaiser. Frantz trug die Kapitänsbinde bis zur Halbzeit, dann wechselte ihn Kocak raus.

Rechte 96-Seite mit Problemen

Taktisch war das ein 3-5-2 mit Falette auf der linken Seite der Dreier-Abwehrkette. Kocaks Wunschverteidiger fehlte bei der Kieler Führung wie der gesamten Abwehr die Orientierung. Für Fin Bartels war der Weg frei nach einer lange durch den Strafraum segelnden Flanke von der rechten Seite (44.).

Besonders problembeladen war die rechte Abwehrseite mit Josip Elez, bei dem auch die Fehlerkette vor dem Tor begann. Fabian Reese ließ ihn bei Laufduellen aber sowas von alt aussehen. Der vor Elez agierende Linton Maina war defensiv auch keine Hilfe. Konsequent flogen die Kieler – Kampfname „Die Störche“ – die meisten Angriffe über die Elez-Maina-Seite.

Muslija abermals als Antreiber

Die 96-Spieler ließen sich diesmal aber nicht hängen, vielleicht ist das der Zimmermann-Effekt. Sie hatten ihre Chancen, meist angetrieben von Florent Muslija. Aus dem ewigen Talent scheint ein richtiger Profi geworden zu sein.

Hendrik Weydandt, ein Vertrauter des neuen Trainers aus gemeinsamen Zeit in Egestorf/Langreder, arbeitete verbissen, aber glücklos im Sturmzentrum.

Rätselhafte Kocak-Wechsel

Rätselhaft allerdings, warum Kocak mit seinen Wechseln noch provozieren wollte. Jaka Bijol kam nach der Halbzeit, das lässt sich noch vertreten. Aber nach einer Stunde den Ex-Kieler Kingsley Schindler für Maina zu bringen, ist ein Statement gegen alle Talente. Längst entschieden, dass der ausrangierte Leihspieler zum 1. FC Köln zurück geschickt wird.

Eine ordentliche kämpferische Leistung, die Kieler zitterten sich durch die sieben Minuten Nachspielzeit.

Zwei der vier Abschiedsspiele von Kocak hat 96 nun verloren – bleiben noch zwei. Klar aber längst, alle sind froh, wenn sie nicht mehr ins Stadion müssen.



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