Start day-news Aus ehemaliger Pension in Grimmen wird barrierearmer Wohnraum: Das sind die Pläne

Aus ehemaliger Pension in Grimmen wird barrierearmer Wohnraum: Das sind die Pläne


Einen schönen Anblick bietet die ehemalige Pension am Volkspark schon lange nicht mehr. Bereits seit Anfang 2019 kann dort nicht mehr übernachtet werden. Jetzt wird seit Monaten gebaut, im September sollen die Arbeiten beendet sein. „Zuhause am Park“ wird das Gebäude dann heißen und blau erstrahlen. Es entsteht Wohnraum für Wohngruppen, aber auch Ein- und Zweiraumwohnungen werden dort von der Therapie- und Betreuungshaus GmbH angeboten.

Das Therapie- und Betreuungshaus ist eine der beiden Firmen von Mareen Buchholz. Außerdem betreibt sie das „Pflegeteam Ostseeküste GbR“. „Damit sind wir in Grimmen und im 20-Kilometer-Umkreis unterwegs.

Seit 2020 ist das Ensemble vollständig. Dazu gehören neben der ehemaligen Pension die ehemalige Feuerwehr (zuletzt Rettungsleitstelle) und der Flachbau, in dem seit 2011 Pflegebedürftige betreut werden. „Das ist unser Vorteil. Alles ist nur einen Steinwurf voneinander entfernt“, sagt die Geschäftsführerin.

In Wohngruppen noch Platz

Sowohl in der Feuerwehr als auch in der Pension werden „richtige“ Wohnungen für jedermann, also auch für Familien, angeboten. „Aber alles barrierearm“, betont Mareen Buchholz. „Ich schaffe Wohnraum, unser Pflegedienst betreut in den Wohngruppen. Und diejenigen, die in den Wohnungen Hilfe benötigen, können einen Pflegedienst in Anspruch nehmen“, sagt sie. In der ehemaligen Feuerwehr gebe es acht Wohnungen und eine Wohngruppe für sechs, in der Pension kommen sieben Wohnungen und zwei Wohngruppen mit je sieben Bewohnern dazu. „Die Nachfrage ist groß, die Wohnungen sind alle weg. In den Wohngruppen ist noch Platz“, informiert die Geschäftsfrau.

In den Wohngruppen gibt es tagsüber eine sogenannte Präsenzkraft, die den Bewohnern im Alltag hilft. Dort habe jeder sein eigenes Zimmer, alle Sozialräume werden gemeinsam genutzt. Buchholz: „Wenn es gewünscht wird, unterbreitet die Präsenzkraft Angebote, so dass gekocht, gebacken oder gebastelt wird.“ Ihr ist es jedoch besonders wichtig, dass alle ein selbstbestimmtes Leben führen. Das bedeutet, die Bewohner entscheiden, was sie essen oder wann sie schlafen gehen. „Und jeder hat seinen eigenen Vertrag mit dem Pflegedienst“, sagt sie.

„Der Flachbau auf dem Hof war unser erstes Haus“, erzählt die Diplompflegewirtin. „Unser neues Zuhause“ nannten die Bewohner das Haus, in dem es zwölf Pflegeplätze gibt. „Dort betreuen wir auch 24 Stunden täglich Intensivpatienten“, sagt sie. Es sei kein Hospiz, wie es manchmal in Grimmen heißt. Mareen Buchholz: „Aber natürlich kann jeder bei uns alt werden und hier auch seinen letzten Weg beschreiten. Niemand muss ausziehen.“

Knapp 40 Mitarbeiter sind in beiden Firmen tätig, berichtet Buchholz. Und natürlich seien sie alle froh, wenn der ganz normale Alltag ohne Corona wieder einzieht. „Aber auch jetzt ist alles lösbar. Oft mit Mehraufwand – aber es geht“, sagt Mareen Buchholz. Dazu gehören auch kleine Feste und Besuche. Das Beste sei: Niemand der Bewohner oder Mitarbeiter ist bisher an Corona erkrankt.

Ausbildung gehört dazu

Zum Team gehören auch Mitarbeiter in Ausbildung. „Wir haben derzeit insgesamt fünf“, sagt die Chefin. Gern würde sie ab dem neuen Ausbildungsjahr wieder junge Menschen ins Team holen. Denn bei ihnen sei die Chance, dass sie bei der Stange bleiben, groß.

Bis zum September wird sich an der alten Pension noch viel verändern – vor allem durch einheimische Firmen. Die Investitionssumme ist siebenstellig. Gegenwärtig wird ein Fahrstuhl angebaut. „Der wird so groß, dass auch Liegen transportiert werden können“, sagt Mareen Buchholz. Die Barrierefreiheit ist ihr übrigens besonders wichtig. Deshalb mussten auch alle Türen erneuert und verbreitert werden, so dass Rollstühle bequem durchpassen. „Die teilweise kaum genutzten Vorgängertüren habe ich jetzt erst mal eingelagert“, sagt sie.

Wenn im Herbst in der ehemaligen Pension Einzug gefeiert werden kann, ist noch nicht Schluss mit den Bauarbeiten. Mareen Buchholz: „Dann ist der Außenbereich dran.“

Von Almut Jaekel

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