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„Anne Will“ und die Sondierungen: Die eine Frage, die Röttgen einfach nicht beantworten will – Politik



„Wollen Sie, dass Armin Laschet Kanzler wird?“ Bei einem CDU-Präsidiumsmitglied wie Norbert Röttgen es ist, würde man auf diese Frage eigentlich ein eindeutiges „Ja“ erwarten. Nach dem Stimmenverlust der Union bei der Bundestagswahl am vergangenen Sonntag ist der Rückhalt für den Unionskanzlerkandidaten aber deutlich geschrumpft.

In der ARD-Sendung „Anne Will“ wich Norbert Röttgen am Sonntagabend der Frage der gleichnamigen Moderatorin lieber aus. Stattdessen betonte er, dass es ihm jetzt um Inhalte gehe. Dabei bezog er sich auf die zurzeit stattfindenden Sondierungsgespräche für eine Jamaika-oder Ampelkoalition. „Wir wollen diese Gespräche führen und ermitteln, gibt es eine Übereinstimmung in der Sache, in den Inhalten“, sagte Röttgen. Erst danach könne man über Personalfragen reden. Könnte im Zweifel also doch noch CSU-Chef Markus Söder eine Jamaika-Koalition anführen?

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Auf Anne Wills Nachfrage, warum Röttgen sich denn nicht dennoch zu Armin Laschet bekennen könne, sagte dieser: „Wir können nicht sagen, wir haben den Regierungsanspruch und stellen den Kanzler. Dann würden wir das Wahlergebnis ignorieren.“ Noch einmal betonte er, es müsse jetzt darum gehen auszuloten, ob es politische Übereinstimmungen gebe.

Norbert Röttgen hatte bereits Ende der Woche im Interview mit dem „Tagesspiegel“ deutlich gemacht, dass er Armin Laschet für einen Parteichef auf Abruf halte. „Die fehlende Akzeptanz des Kandidaten war der Hauptgesprächsgegenstand im Wahlkampf. Das weiß auch Armin Laschet“, sagte er. Darauf angesprochen ergänzte er am Sonntagabend, dass man sich jetzt „Ehrlichkeit“ schulde. Die Partei habe aber „Runderneuerungsbedarf“, der „weit über Armin Laschets Zeit“ hinausgehe.

[Lesen Sie auch: Röttgen rechnet mit Laschet ab: „Es reicht nicht, nur eine Person auszuwechseln“ (T+)]

Die CDU und CSU seien seiner Meinung nach „die einzige Volkspartei in Deutschland“. Um das zu bleiben, gebe es aber Handlungsbedarf. Alles andere sei „existenzgefährdet“.

Mecklenburgs-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) schüttelte bei den Aussagen von Norbert Röttgen immer wieder den Kopf. Was der CDU-Politiker erzähle, sei „ein großer Witz in Tüten“. Denn: „Wenn Sie nicht den Anspruch haben den Kanzler zu stellen, dann müsste die CDU in die Opposition.“

Ungläubig fragte sie: „Sie wollen eine Regierung bilden, aber nicht sagen, wer die Regierung anführt?“ Das alles sei eine „schräge Nummer“. Im Wahlkampf sei es schließlich immer um Personen gegangen.

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