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Aktionen für Sanierung der Nikolaikirche


Immer wieder bleiben Touristen verwundert am Bauzaun vor der Stralsunder Nikolaikirche stehen. „Warum kann man hier nicht in die Kirche rein“, fragen sie immer wieder. Erst recht, wenn sie im Rathausdurchgang stehen und förmlich durch das imposante Westportal angezogen werden.

Einheimische können schnell Auskunft geben, denn es hat sich längst herumgesprochen, dass Ende Januar zwischen Rathaus und Nikolaikirche etwa 50 faustgroße Steine und Putz auf die Erde krachten – Teile der westlichen Fassade des Südturms. Die Absperrung war unumgänglich, denn niemand sollte verletzt werden.

Beide Türme müssen saniert werden

Oliver Stabenow zeigt die Uhr, die er aus altem Kupfermaterial des Kirchendaches gemacht hat und nun auch zu Gunsten von St. Nikolai verkauft.
Quelle: Johannes Pilgrim

Dabei war das Steinebröckeln nur der Anfang, denn nach der Begutachtung durch fachkundige Kletterer schnell wurde klar: Die Schäden sind gewaltig. Beide Türme von St. Nikolai müssen saniert werden. Kostenpunkt 6,4 Millionen Euro. Allein der 1. Bauabschnitt mit dem besonders stark betroffenen Westteil des Südturms schlägt mit 905 000 Euro zu Buche.

Ihre Spende ist willkommen

Der Förderverein St. Nikolai zählt 600 Mitglieder in ganz Deutschland, aber auch in der Schweiz, Frankreich und in den USA. Er wurde 1991 gegründet und unterstützt nicht nur die Turmsanierung. Er hat in den letzten Jahren viel Geld bewegt. „Wir haben eine große Summe für die Buchholz-Orgel gegeben, den Schlüter-Altar haben wir komplett finanziert. Und auch für die Dachsanierung haben wir 420 000 Euro gesammelt“, gibt Hanns-Peter Neumann einen Überblick.

Auch für die Turmsanierung der ältesten Kirche der Stadt wird einiges geplant, um viel Geld, am liebsten 500000 Euro, zu sammeln. Da die Fugen Probleme machen, könnte vielleicht eine musikalische Fuge – also die Verbindung von Architektur und Musik – helfen.

Spenden sind natürlich herzlich willkommen: Hier die Konto-Daten des Fördervereins St. Nikolai zu Stralsund: Sparkasse Vorpommern IBAN DE47 1505 0500 0100 0772 34; BIC: NOLADE21 GRW. iso

Und auch wenn Förderanträge gestellt werden, Geld ist noch nicht geflossen. Dafür war schon die erste Rechnung zu bezahlen – 12 000 für die Notreparatur, die der Förderverein der Kirche übernommen hat. Eine große Spendenaktion wird nötig sein, um das Baudenkmal zu retten. Der Förderverein arbeitet bereits an verschiedenen Ideen und hat dafür zwei Grafiker an der Angel.

Leser-Idee: Spenden-Backstein

Die Schäden am Südturm der Kirche kann man auch von unten sehen. Von hier sind die Steinsbrocken auf die Erde gekracht.
Quelle: Ines Sommer

Nach dem OZ-Beitrag schrieben auch Leser ihre Vorschläge, so von Peter Lorenz. „Wie wäre es denn mit Spenden-Backsteinen. Also Steine, die zur Sanierung verwendet werden, wo aber die Namen der Spender verewigt werden. Oder halt alte Steine, vom Abriss, als Erinnerung, gegen eine Spende.“ Diese Idee sei gut, schreibt eine Frau. „So wurde die Kirche im Heimatort von meinem Mann auch saniert…. Man konnte obligatorisch Steine kaufen, und zum Schluss wurde eine Wand mit symbolische Steinen – und den Namen drauf – versehen. Das sollte doch klappen.“

2. Idee: Aus altem Material werden Uhren gemacht

Die Schäden am Südturm der Stralsunder Nikolaikirche sind gewaltig.
Quelle: Alpdienst

Eine andere Idee steht unter dem Motto: 300 Jahre alten Schmuck – wer hat das schon?! Nun, Oliver Stabenow vom Schmuckhaus Stabenow hat… Ein bisschen war es wie oft im Leben: Not macht erfinderisch. Stabenows haben den Kirchturm von Sankt Nikolai direkt vor Augen, wenn sie aus ihrem Geschäft treten. „Außerdem ist Oliver Mitglied der Gemeindeleitung, des Kirchengemeinderates. Er weiß von den Sorgen um die Mauerschäden der beiden Kirchtürme an der der Rats- und Pfarrkirche“, berichtet Johannes Pilgrim, der sich in der Kirche um die Pressearbeit kümmert.

Als ihm jemand eine Bahn des inzwischen alten abgenommenen etwa 300 Jahre alten Kupfers vom Dach brachte, das nun endlich durch neues ersetzt werden konnte, hatte er den zündenden Einfall: „Aus dem historischen Material, 300 Jahre alt und mit reichlich Patina versehen, werden wir Uhren fertigen, ganz individuell“, sagte Oliver Stabenow.

Gesagt, getan. Aus dem kostbaren Kupferblech vom Dach der Nikolaikirche werden, gern auch nach Kundenwünschen, Stücke herausgearbeitet, bearbeitet und mit einem Uhrwerk versehen. Kleiner oder größer, für die Wand oder den Tisch, so stehen sie nun zum Verkauf. Einige Exemplare haben schon Abnehmer gefunden. 200 Euro vom Verkauf spendet der Fachmann nun schon mal für die Sanierung des Kirchturmes.

Ausgespülter Putz, Wurzeln, die Schäden anrichten. Beide Türme der Nikolaikirche in Stralsund haben gelitten und müssen denkmalgerecht saniert werden. Kosten insgesamt: Sechs Millionen Euro, allein für den ersten Abschnitt sind über 900 000 Euro fällig.
Quelle: Alpdienst

Von Ines Sommer

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