Start day-news 96-Mitgliederversammlung am Sonntag: Ohne Kind, aber es geht wieder um 50+1

96-Mitgliederversammlung am Sonntag: Ohne Kind, aber es geht wieder um 50+1


Martin Kind ist nicht mehr Präsident des Vereins. Aber der Boss der 96-Profis ist immer noch Mitglied. Es wird eine bemerkenswerte Mitgliederversammlung am Sonntag werden.

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Nicht, weil sie in der HDI-Arena vor der größten Kulisse Hannovers angepfiffen wird (12 Uhr, Einlass 11 Uhr), sondern weil Kind wohl zum ersten Mal nicht mehr teilnimmt. Auch ohne Kinds Präsenz wird es um die 50+1-Regel gehen – um jene Investorenbeschränkung, die den Stammvereinen im deutschen Profifußball die Mehrheit sichern soll.

Profi-Bericht von Mann

Den Bericht der Profis über die Geschäftsjahre 2019 und 2020 liefert der Sportdirektor Marcus Mann. Viel wird er nicht zu berichten haben, da er erst seit Juni im Amt ist. Dennoch wird es spannend sein, zu sehen, wie Mann bei den Mitgliedern ankommt.

Profimannschaft und Trainer sollen nicht vor Ort sein. Ob Robert Schäfer kommen wird, der Kinds Nachfolger als Profigeschäftsführer werden sollte? Der Vereinsvorstand lehnt Schäfer ab. Zu einem persönlichen Kontakt war es, anders als angekündigt, nicht gekommen. Die Stimmung bei der Versammlung wäre gegen Schäfer. Wie viele Mitglieder kommen, ist noch nicht klar. Logistisch wäre 96 sogar auf alle 20 000 vorbereitet.

Keine Wahl von Vorstand und Aufsichtsrat

Vorstand und Aufsichtsrat werden nicht gewählt. Für den Ehrenrat steht unter anderem die frühere Erste Stadträtin Sabine Tegtmeyer-Dette zur Wahl. Dennoch verspricht die Sitzung eine gewisse Länge und außerdem Spannung. Thema Wahlen: Ann-Kathrin Knöfel stellt einen Antrag für eine Satzungsänderung zur Einführung der Briefwahl und die Herabsenkung des Wahlalters auf 16 Jahre. Hintergrund: Ein maximaldemokratischer Weg.

Auch Sportler, die während der Sitzung Wettkämpfe haben, oder Erkrankte – alle, die keine Zeit für die Versammlung haben, könnten wählen. Die Interessensgemeinschaft Pro 1896, die für die Wahl des aktuellen Vorstands und für den Erhalt der 50+1-Regel Reklame machte, empfahl kurz vor der Sitzung, den Antrag abzulehnen. Das Verfahren sei zu aufwendig.

Die Fotos von der Mitgliederversammlung des Hannover 96 e.V. am 23. März 2019:

Martin Kind legt sein Amt als Präsident des Hannover 96 e.V. nieder.

©

Allerdings ist offen, ob die Wahl 2019 – ein Votum gegen die Pläne Martin Kinds – mit Briefwahl anders verlaufen wäre. Die Stimmung in der Swiss-Life-Hall kippte während der Versammlung deutlich in Richtung des aktuellen Vorstands und gegen Kinds Kandidaten.

Beitragssenkungen und Verankerung von 50+1?

In einem weiteren Antrag geht es um eine Beitragssenkung für Bedürftige oder junge Mitglieder. Spannend wird die Abstimmung zum Antrag von Benjamin Wirtz. Worum geht es? Die 50+1-Regel soll demnach in der 96-Satzung verankert werden – unabhängig davon, ob DFL oder ein Kartellgericht die Regelung kippen.

Bei Hannover 96 würden die Vereinsmitglieder stets das letzte Wort gegenüber der Profigesellschaft haben. Zweiter Punkt: Über Erwerb, Belastung oder Verkauf von Anteilen soll nur eine Mitgliederversammlung entscheiden dürfen – eine deutliche Machtbeschneidung des Vorstandes, der Investoren sowieso. Aktuell dürften Präsident Sebastian Kramer und der Aufsichtsrat darüber entscheiden.



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