Start day-news 17 Millionen Euro EU-Förderung: Sieben ERC Grants für die Region - Wissen

17 Millionen Euro EU-Förderung: Sieben ERC Grants für die Region – Wissen



Insgesamt sieben Mal geht die hoch dotierte EU-Forschungsförderung ERC Advanced Grant in diesem Jahr an Forscher aus der Region Berlin-Brandenburg. Sie holen knapp 17 Millionen Euro EU-Förderung für fünf Jahre in die hiesige Forschungslandschaft. Europaweit erhalten 209 Wissenschaftler:innen insgesamt 507 Millionen Euro Forschungsförderung aus dem Topf des EU-Forschungsrats.

In Berlin geht die begehrte Förderung an gleich zwei Wissenschaftler der Humboldt-Uni. Bernd U. Schipper, Professor für die Geschichte Israels in der altorientalischen Welt, erhält den Forschungspreis für sein Projekt zur Entstehung der hebräischen Bibel auf altägyptischem Papyrus.

Altorientalisch. Zur hebräischen Bibel auf altägyptischem Papyrus forscht Bernd U. Schipper.Foto: Sammlung Papyrus Carlsberg

Schipper und sein Team wollen Erkenntnisse zur Entstehung und literarischen Form der altägyptischen Literatur mit Theorien zur Literaturgeschichte des Alten Testaments in Verbindung bringen. 

Geometrie und Transzendenz 

Der HU-Mathematiker Bruno Klingler wird für seinen Forschungsansatz zur Geometrie und Transzendenz in der Hodge-Theorie ausgezeichnet. An der Technischen Universität wird Christian Oliver Paschereits Projekt zum Wasserstoff für die „grüne“ Gasturbine gefördert.

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Für Paschereit, Leiter des Fachgebiets Experimentelle Strömungsdynamik, ist es der zweite ERC Advanced Grant. Bereits 2009 erhielt er ihn für das Projekt „Greentest“. Im neuen Vorhaben geht es darum, die bisherigen Grenzen bei der Verbrennung von Wasserstoff in Gasturbinen zu überwinden. Peter Robin Hiesinger von der Freien Universität wird für seine Arbeit zur Gehirnentwicklung gefördert. 

Die Berliner ERC-Grants erhalten insgesamt 9,7 Millionen Euro. Der Regierende Bürgermeister und Wissenschaftssenator Michael Müller (SPD) erklärte dazu, die Millionenförderungen für Projekte von den Lebenswissenschaften bis zu den Geisteswissenschaften zeigten erneut, „wie vielfältig die Berliner Spitzenforschung ist“.

Entstehung der Galaxien besser verstehen

In Brandenburg erhalten drei Wissenschaftler die Forschungsförderung der EU, insgesamt gehen 7,14 Millionen Euro an die Forscher. Gefördert werden die Projekte von Lutz Wisotzki und Christoph Pfrommer vom Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP), die zum Ziel haben, die Entstehung der Galaxien besser zu verstehen, sie erhalten jeweils rund 2,5 Millionen Euro.

Am Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ) wird zudem Philip Wigge für sein Forschungsprojekt „Tiptop“ gefördert, das zeigen soll, wie Pflanzen auf aktuellen Umweltbedingungen reagieren können. Er erhält von der Europäischen Kommission 2,14 Millionen Euro über einen Zeitraum von fünf Jahren.

Lutz Wisotzki konzentriert sich in seiner Forschungsarbeit auf Beobachtungen mit erstklassigen Instrumenten. Damit will er einen ganz neuen Blick auf die Struktur und Dynamik von Gasströmungen in der Umgebung von Galaxien erhalten. Dieses sogenannte zirkumgalaktische Medium ist eine Art Ökosystem der Galaxieentwicklung. 

Bisher ist noch wenig darüber bekannt, vor allem weil sich dieser Bereich aufgrund extremer Gasdichte nur schwer beobachten lässt. Hier will Wisotzki mit zwei am AIP entwickelten supergenauen Beobachtungsinstrumenten nun mehr herausbekommen. Wisotzkis AIP-Kollege Christoph Pfrommer verknüpft Plasmasimulationen und kosmologische Galaxiensimulationen in neuartiger Weise miteinander. 

Eine Ästhetik des Zweifels

Eines der bundesweit aufsehenerregendsten geisteswissenschaftlichen Projekte kommt aus Hamburg: An der dortigen Universität war die Kunsthistorikerin Margit Kern mit ihrem Vorhaben „Visuelle Skepsis“ erfolgreich. Kern geht es um eine „Ästhetik des Zweifels“, die sie den Denkmal-Stürzen auch in der Folge auf den gewaltsamen Tod von George Floyds in den USA entgegensetzen will. 

Anstelle der häufig gewählten Informationstafeln, die „unbequeme Denkmäler“ kommentieren, schlägt Kern neue ästhetische Rahmungen vor – „ohne dass sie als historische Erinnerung vollständig ausgelöscht werden“.

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