Start day-news 100 Parkplätze weg? So soll die Fritz-Reuter-Straße in Rostock bald aussehen

100 Parkplätze weg? So soll die Fritz-Reuter-Straße in Rostock bald aussehen


Die Fritz-Reuter-Straße liegt im Herzen der KTV, ist eine der längsten Straßen dort – mitten im Kiez. Sie ist aber auch eine der engsten Straßen. Auf ihr zwängen sich Radfahrer neben Autos hindurch, müssen auf den Gehweg ausweichen, weil der Straßenbelag zu uneben ist. Die Kreuzungen sind oft zugeparkt. Das soll nun alles anders werden. Ober- wie unterirdisch soll die Reuterstraße komplett saniert werden.

Erste Ideen und Pläne für das Gemeinschaftsprojekt von Hansestadt, Nordwasser, dem Warnow-Wasser- und Abwasserverband und Stadtwerken gibt es bereits. Ab 2022 soll das Projekt in drei Bauabschnitten realisiert werden.

Bänke, Fahrradbügel, Hochbeete

Rostocks Bau- und Umweltsenator Holger Matthäus (Grüne) spricht von Handlungszwang und kündigt an: „Wir haben dort viel vor.“ Ziel sind unter anderem breitere Gehwege, zudem sollen sie barrierearm sein. Geplant sind auch Bänke und zusätzliche Fahrradbügel. Auch Hochbeete sind in der Diskussion.

Von den jetzt 115 Bäumen sollen nach der Neugestaltung laut derzeitigen Plänen nur 73 übrig bleiben. 73 scheint zudem die neue Zahl der KTV-Straße zu sein, denn es sollen auch nur 73 Parkplätze in der gesamten Straße bleiben. Das heißt: Mehr als 100 sollen wegfallen. Die Planer überlegen daher, ein Parkhaus, eine Parkpalette oder eine Tiefgarage unter dem Ulmenmarkt zu bauen – das sind allerdings nur erste Ideen. Martin Schüttler vom Amt für Mobilität betont, dass das erst so umgesetzt werden könne, wenn der Parkdruck im Viertel nicht mehr so hoch ist.

Info-Spaziergang mit Planern und Anwohnern noch dieses Jahr

„Das tut immer weh, wenn Parkplätze verschwinden“, gibt Grünamtsleiterin Ute Fischer-Gäde zu. Dennoch findet auch Felix Winter, grüner KTV-Ortsbeiratsvorsitzender: „Diese Veränderung macht Sinn.“ Dass dort gebaut werden muss, sei klar. Dass die Bäume nicht verschwinden können, sei auch klar.

Die Fritz-Reuter-Straße in der KTV: Die Kurvenbereiche sind oft zugeparkt, Radfahrer haben wenig Platz auf der Straße. Das soll sich bald ändern.
Quelle: Michaela Krohn

Dass die Bäume in der Fritz-Reuter-Straße überhaupt so gewachsen sind, davon zeigt sich Grünamtsleiterin Ute Fischer-Gäde überrascht. Die meisten der inzwischen etwa 15 Jahre alten Bäume sollen umgepflanzt werden, in die Parkanlage „Rote Burg“ in der Südstadt. Für die Bäume, die nicht umgepflanzt werden können, soll es Ausgleichszahlungen in den Baumfonds der Stadt geben.

„Unser großes Ziel ist es, die Straße technisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich zu erneuern“, so Ute Fischer-Gäde weiter. Damit dies gelingt, sei eine frühzeitige Bürgerbeteiligung wichtig. Noch in diesem Jahr soll ein Spaziergang mit allen Beteiligten organisiert werden, bei dem auch Bürger vor Ort gehört werden sollen.

Von Michaela Krohn

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